Situative Führung

Wie kann es gelingen, Mitarbeitende individuell und situativ zu führen?

Ein Unternehmen ist geprägt von seinen Führungskräften, aber auch von der individuellen Persönlichkeit, von den Stärken, Schwächen, Erfahrungen und Bedürfnissen eines jeden Mitarbeitenden. Ein situativer Führungsstil hat das Ziel, jeden einzelnen Mitarbeitenden gemäß seinen Bedürfnissen zu behandeln, sodass er sich wohl fühlen und das Maximum seiner Fähigkeiten für das Unternehmen einsetzen kann.

Ein Führungsstil, der alle Mitarbeitenden vollkommen gleich behandelt, wird meistens mehrere Verlierer haben: Auf erster Ebene diejenigen, die mit der Führung nicht zurechtkommen, sich von ihr unter Druck gesetzt, vernachlässigt oder unterfordert fühlen. Und auf zweiter Ebene das Unternehmen selbst, das unter den Mitarbeitenden, die sich nicht wohl fühlen, leidet und nicht von ihrer ganzen potenziellen Leistungsfähigkeit profitieren kann.

Individuelle Mitarbeiterführung holt Mitarbeitende dort ab, wo sie stehen

Im Jahr 1977 entwickelten der Verhaltensforscher Paul Hersey und der Professor für Führung und organisierendes Verhalten, Ken Blanchard, das Reifegradmodell von Mitarbeitenden auf sachlicher sowie psychologischer Ebene. Erstere steht für die Kompetenz, übertragene Aufgaben durchzuführen, Letztere für die Motivation, sich erfolgreich im Unternehmen einzubringen.

Je nachdem, auf welchem Reifegrad ein Mitarbeitender sich aktuell befindet, muss die Führungskraft ihn dirigieren, überzeugen, teilhaben lassen oder ihm Aufgaben delegieren.

Beim Dirigieren geht es vor allem darum, zu erledigende Aufgaben klar und deutlich zu kommunizieren und anschließend die Erledigung zuverlässig zu kontrollieren.

Das Überzeugen gibt dem Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich allmählich ins Unternehmensgeschehen einzubringen, indem er Fragen stellen und Einblicke in den Entscheidungsprozess erhalten kann.

Beim Teilhaben-lassen setzt die Führungskraft den Schwerpunkt seiner eigenen Aufgabe auf das Beraten und den persönlichen Kontakt, wohingegen die Durchführung von Aufgaben auf eigenständige Weise weitgehend dem Mitarbeitenden überlassen wird.

Das Delegieren erfordert den geringsten persönlichen Einsatz der Führungskraft, denn hier geht es darum, dem Mitarbeitenden Freiheiten zu gewähren, seine Aufgaben ganz selbstständig auszuführen. Die Herausforderung für manch eine Führungskraft liegt in der Bereitschaft, die mit der Aufgabe verbundenen Kontrolle und den Einfluss abzugeben.

Die flexible Führungskraft fördert die Fähigkeiten des Personals

Die Hersey-Blanchard-Modell ist nur eine wissenschaftliche Theorie, und es ist keineswegs zu behaupten, dass alle Mitarbeitenden in allen Unternehmen sich in diese Reifegrade einteilen lassen. Es kann jedoch eine Quintessenz daraus gezogen werden: Dass es sinnvoll sein kann, Mitarbeitende als Individuen zu betrachten und den Führungsstil je nach Gegenüber anzupassen, weil ihnen das die Möglichkeit gibt, ihre vorhandenen Fähigkeiten optimal einzusetzen und sich neue Fähigkeiten anzueignen. Die Grundaussage, dass jeder Mitarbeitende eine individuelle Ansprache und Führung braucht, lässt sich sicher ableiten und nachvollziehen. ‘One fits all’ ist in der Führung kein Erfolgsmodell.

Agieren und Reagieren, wie es die Situation erfordert

In der Unternehmenswelt gibt es vier verschiedene Elemente, die eine Situation beeinflussen und sich ebenfalls auf den Führungsstil auswirken können:

  • Das Unternehmen
  • Die Kunden/ den Markt
  • Die Mitarbeitenden
  • Die Führungskraft oder die Führungskräfte

So werden zum Beispiel die Mitarbeitenden in einem kreativen Unternehmen, etwa aus der Werbebranche oder dem Unterhaltungsbereich, mehr Freiheiten und Flexibilität brauchen, während bei der Polizei oder der Bundeswehr ein autoritärer Führungsstil in bestimmten Situationen wichtig ist, die weder Aufschub noch Diskussionen erlauben.

Das Ziel der Führungskraft, die eine situative Führung ausübt, ist der individuelle Umgang mit jeder Situation so, dass ein produktives Führen möglich ist. Das kann schwierig und herausfordernd sein, besonders dann, wenn es sich beim die Situation beeinflussenden Element um die Führungskraft selbst handelt, sie kurz gesagt einen schlechten Tag oder gerade sehr viel Stress hat.

Ambition V hilft Ihnen dabei, dieses Ziel dennoch zu erreichen den Blick dafür zu schärfen, welches Verhalten wann (Kontext und Situation) und wem (Kompetenz und Motivation) gegenüber am zielführendsten ist.

Lassen Sie uns über situative Führung sprechen:

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